Frauen und Männer – eine Analyse

Dass es Geschlechterkonflikte gibt, die auf Unterschieden im Welt- und Selbstbild beruhen, brauche ich niemandem zu erzählen. Interessant ist es jedoch, diese im echten Leben zu beobachten und herauszufinden, wie die Mechanismen funktionieren, die so schnell die Stimmung drehen können, dass man selbst es fast gar nicht mitbekommt. (Vielleicht auch: nur der Mann selbst).
Folgende Situation möchte ich berichten: Die WG meiner Freundin und ich, also zwei Frauen und meine Wenigkeit, machten uns daran PET-Pfandflaschen ihrer Bestimmung im malmenden Automaten zuzuführen. Es kam die Frage auf, ob die Fülle an verschiedenen Flaschentypen an einem Automaten des Discounters Lidl überhaupt angenommen wird. Voller Selbstbewusstsein stellte ich die Behauptung auf, dass dem sicher so sei, denn schließlich trage jede der Flaschen das entscheidende Pfandzeichen und das werde überall akzeptiert. Dagegen setzte die Mitbewohnerin meiner Freundin aber, dass das zum Beispiel bei Aldi nicht so sei und dort eben nur eigene Flaschen angenommen werden würden. Nun stand Aussage gegen Aussage und meine Freundin (Frauensolidarität).
Mein Selbstbewusstsein wurde ein wenig erschüttert, denn tatsächlich halte ich von besagter Mitbewohnerin viel, zumal ihre Aussage sich darauf stützen konnte, dass die eigene Mutter schon bei jenem Supermarkt gearbeitet hat. Allerdings wollte ich mir meinen Glauben in die Verlässlichkeit der deutschen Pfandbestimmungen auch nicht nehmen lassen. So stand ich vor dem schwierigen Entschluss, ob ich auf meiner Meinung beharren sollte oder der Erfahrung einer anderen trauen.
Die Lösung brachte (nachdem alle Flaschen bei Lidl einwandfrei akzeptiert wurden) ein Gespräch mit der schon als Expertin ausgezeichneten Mutter, die mir Recht gab (!), aber durchaus zugab, dass die Automaten zum Teil schlecht oder falsch eingestellt seien und daher die beiden Damen auch im Recht seien (Frauensolidarität).
Bei näherem Betrachten fällt auf, dass ich mit einer allgemeinen Regel argumentierte, die weibliche Front aber mit konkreten Erfahrungen. Entweder waren die Erfahrungen also regelbestätigende Ausnahmen oder aber meine Regel war falsch. Aus sich heraus war der Konflikt nicht zu lösen, denn da wir auf unterschiedlichen Ebenen argumentierten, konnten wir uns nie treffen. Daher war auch die mütterliche Dea ex machina nötig. Für die Männer lässt sich also schon festhalten: Immer Autoritäten außerhalb des eigenen Dunstkreises heranziehen. Alternativ hätte auch ein Experiment vor Ort geholfen.
Für die Frauen lässt sich sagen: Die Männer öfter einkaufen schicken. Oder aber fein zwischen Allgemeinem und Speziellem (Beispielen aus der eigenen Erfahrung) trennen und den Mann an der Nase herumführen, wenn man das vor ihm verstanden hat.
Die schlimmste Waffe auf femininer Seite ist und bleibt aber die Solidarität, die alle Stürme von Ratio und Argumentation überstehen wird. Der Mann, ein geborener Einzelkämpfer, tritt dann wohl besser den geordneten Rückzug an. In dem Bewusstsein es eigentlich doch besser zu wissen.


2 Antworten auf „Frauen und Männer – eine Analyse“


  1. 1 Lotta 03. September 2009 um 19:51 Uhr

    Ich finde ja, dieser Text enthält einige unzulässige Verallgemeinerungen auf der „so sind Frauen – so sind Männer“-Ebene. Und auch die Frauensolidarität ist eine grobe Unterstellung – das klingt, als würden Frauen nur aus Solidaritätsgründen die Objektivität über Bord werfen!

  2. 2 Ben 03. September 2009 um 21:19 Uhr

    Tja, so ist das mit Satire. Und bevor mich alle töten: Ich meine es natürlich nicht so =)
    Gruß

    Ben

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.