Kulturstudie: Musik in Luzern

Ich glaube nichts ist mir während meines Aufenthalts hier schneller ins Ohr gehüpft, als die ständige Präsenz von Musik in dieser Stadt. Es vergeht kaum ein Tag, an dem man nicht mindestens einmal einer Livemusik begegnet. Schon als ich das erst Mal für nur 2 Tage hier war, hallten abends über den See die Klänge von lateinamerikanischer Musik. Und an meinem ersten richtigen Tag hier war, wie es übrigens wohl fast jeden Samstag ist, Jazz in der Bahnhofshalle. Dort spielen dann von morgens bis abends diverse Bands aller Stilrichtungen. Als ich dann Abends heim ging war im benachbarten Kanuklub ein Alleinunterhalter (allerdings war der das bisher niveauloseste) und bei meinem nächsten Stadtrundgang veranstalteten die Verkehrsbetriebe eine Art Hip-Hop Straßenfest.
Neben diesen Nebenschauplätzen gibt es auch an den offiziellen Orten ständig was zu erleben. In den Kirchen der Altstadt treten ständig Profiorganisten an und begleiten die Gottesdienst. Gestern Abend war ich dann sogar in einem richtigen Konzert. Es war eine Kombination aus 9 Blasmusikern, einem Trommler und der gigantischen Orgel in der Luzerner Hofkirche. Sehr laut und eindrucksvoll. Und vor allem voll. Denn man muss bedenken, im Kulturzentrum Luzern war gleichzeitig auch Konzert. Und das ist es die nächsten Tagen jeden Abend und manchmal sogar tagsüber. Dort findet im Moment nämlich das Lucerne Festival statt, zu dem Orchester aus der ganzen Welt anreisen. Man kann also, wenn man betucht genug ist jeden Abend synfonisch beschließen.
Wenn dieses Fest dann sein Ende gefunden hat und auf die Neuauflage zu Ostern wartet, geht es schon weiter, dann nämlich stehen die Namen Diana Krall und Brian Adams schon angeschrieben.
Und immer mal wieder passieren kleine Überraschungen. Heute Abend stand in unserer Straße ein Musikverein und spielt. Und gestern Nacht nutze ein ebensolcher die muschelförmige Bühne am See für ein kleines Konzert am Sommerabend. Ebenso habe ich schon von der ein oder anderen Jazzkneipe gehört. Ganz normale Diskotheken wird es auch geben, aber ehrlich gesagt ist das nicht so mein Zielgebiet.
Man sieht also: Hier wird es nie still werden. Und für jeden ist etwas dabei. Sozusagen kultureller Overflow.