Eine Woche hier

Hallo,

seit ungefähr jetzt bin ich eine Woche lang in Luzern. Wie zu erwarten, kommt es mir schon viel länger vor als 7 Tage und ich habe das Gefühl mich eingefunden zu haben.
Mit der Sprache klappt es auch schon immer besser. Mitten in der Woche hat mir sogar eine Mitbewohnerin aus dem Wohnheim gesagt, ich würde sehr gut Schweizerdeutsch verstehen, gemessen an der Zeit, die ich hier bin. Lustigerweise habe ich genau diese Aussage nicht verstanden.
Die letzten Tage habe ich mit den Einführungsveranstaltungen der Theologischen Fakultät verbracht. Da die gesamte Fakultät nur knapp 250 Studenten hat, war die Veranstaltung der Erstsemester nicht gerade überlaufen. Wir wurden sogar im vornherein über einen Raumwechsel wegen hoher Teilnehmerzahl informiert. Das hieß, dass wir in einem Raum mit 30 Plätzen zu 14 saßen. Das ist sogar noch überschaubarer als Mainz.
Richtige Erstsemester waren aber kaum da, denn die meisten neuen haben schon etwas anderes studiert oder stehen mitten im Beruf. Das mag zwar ganz interessant sein, hat aber zur Folge, dass die Gruppe vor allem aus quasi Seniorstudenten besteht. Und wie die es so an sich haben stellen die komische Fragen. Das taten sie auch ausführlich, was die folgenden Stunden und Tage relativ ätzend machte.
An zweien davon bekamen wir eine Einführung in das Bibliothekswesen. Das war auch nötig, denn das hiesige System ist doch ein wenig komplexer als das heimische. Beispielsweise sind zwar alle Titel elektronisch erfasst, die vor 1983 aufgenommenen allerdings nur, indem der alte Zettelkasten gescannt und per OCR ausgewertet wurde. Diese fragwürdige Lösung wird jetzt bis Mitte nächsten Jahres von einer ungarischen Spezialfirma eliminiert. Bis dahin muss man weiter im virtuellen Zettelkatalog suchen.
Der Referent der Bibliothek war darüberhinaus ein ganz schöner Nerd (sein Ausleihkonto war gefüllt mit Büchern über Perl und OpenSuse) und erklärte den leicht verwirrten Alt-Studenten was RSS-Feeds und Blogs sind, einen solchen hat die Bibliothek Luzern nämlich neuerdings. Auch Begriffe wie social-tagging waren dem Rest der Gruppe und meinen Nerven nicht gerade hilfreich.
Nun habe ich immerhin ein wenig Ahnung von der Bibliothek und kann gespannt sein, wieviel ich davon ab Montag brauchen kann. Da geht nämlich mein Semester los.
Vorher werde ich noch ein Wochenende mit meiner Hausarbeit genießen und hoffen, dass das Wetter noch einmal schön wird.


1 Antwort auf „Eine Woche hier“


  1. 1 Pater Brauns Haushälterin 11. September 2009 um 22:05 Uhr

    Jaja, das ist schon immer was mit den ganzen Pc-freaks, Technophilen und Nerds….Es soll auch manch einen geben, der kann selbst beim chatten nicht aufhörn anderes am Pc zu machen, oder manch einen, der verrückt wird, wenn sein Handystift im Handy feststeckt…Was sind das nur für Menschen?! :-D

    Hoffe auch für dich, dass das Wetter schön wird! In D ist es das zur Zeit ja nicht.

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