Erasmus

Gestern Abend folgte ich mal wieder einer der vielen Einladung der Universität an die Studenten, sich zu einem abendlichen Buffet zusammenzufinden. Diesesmal richtete sie sich an die Erasmusstudenten.
Organisiert war das Treffen vom studentischen Mobilitätsteam, was sich dann in den wenig strukturierten Ansagen äußerte. Insgesamt waren wir knapp 20 Studenten. Es war eine interessante Erfahrung, dass wir, bis auf die Australier, alle Deutsch miteinander sprechen konnten. Sogar der Komilitone aus Chicago sprach fließend unsere Sprache.
Im Prinzip ist die ganze Gruppe eine gute Sache: Jeden Monat im Semester gibt es eine gemeinsame Veranstaltung und man hat für alle möglichen Themen einen studentischen Ansprechpartner. Es gibt auch einen Deutschkurs und, weil so viele von uns es sich gewünscht haben, erstmals einen Kurs in Schweizerdeutsch. Soweit haben sich auch die ersten drei Mitglieder der Gruppe als kompetent und interessant erwiesen.
Leider gab es noch einen vierten Studenten, der es für absolut nötig hielt, das Erasmus-Klischee aufrechtzuhalten. Er würzte jeden zweiten Satz mit den Wörtern „Party“ und „Clubs“. Sein kultureller Weitblick und sein Weltverständnis beschränkten sich auf eben diese Topoi und so war er alles in allem laut, nervig und vor allem anstrengend. Naja, ihr könnt euch denken, dass ich von der Vorstellung ein Jahr lang mit Alkohol und Feiern zuzubringen wenig halte. Aber andererseits: Bin ich wirklich so langweilig? Nein ich glaube nicht.
Den Rest des Abends habe ich dann wieder einmal in einem der vielen Konzerte verbracht, diesesmal waren es Chöre aus dem christlich-arabischen Musikinstitut in Jerusalem. Weil die Veranstaltung bis 22 Uhr dauerte, konnte ich noch einige Bilder der nächtlichen Szenerie am See einfangen, ich habe die schönsten hochgeladen.


2 Antworten auf „Erasmus“


  1. 1 welkendes Blümchen 19. September 2009 um 21:02 Uhr

    Wie du siehst, kann ich es nicht ganz lassen. Wie gut, dass mein Informationsbedürfnis hier gestillt wird.
    Werden doch morgen Abend in den GoDi gehen, vlt im Seminar, da ist Vesper.
    Und „nein, du bist nicht langweilig!“ Meistens sogar ganz und gar nicht…

  2. 2 Claudia 21. September 2009 um 9:41 Uhr

    Gestern waren wir zum 1.Mal in 16 Jahren auf dem Winzerfest in Groß-Umstadt zum jährlichen Umzug. Naja, nichts gegen Äla und Fastnacht. Der Wein war lecker…..
    Aber ein Jahr lang wollte ich das auch nicht machen.
    Auch in Deutschland gibt es nach deiner Abreise noch Kultur:
    im Speyerer Landesmuseum eine Ausstellung über Hexen und in Stuttgart über eine untergegangene Kultur um 1700 v.Chr. im Raum des heutigen Syrien. Leider hat Papa den entsprechenden Zeitungsteil in Trient, sonst könnte ich es genauer bezeichenen.
    Es stand in der Sonntags FAZ.
    Jetzt zieht es mich wieder zu Tolstoi, nachdem gestern Abend Pilcher dran war.
    Gruß
    Mama

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