Besuch

In den letzten drei Tagen hatte ich die Freude, meine Eltern in Luzern begrüßen zu dürfen. Zu diesem Anlass ließ ich die ein oder andere Veranstaltung in der Universität ausfallen und nutze die Chance, die so ein Besuch bietet, Dinge zu sehen und zu tun, die man sonst nicht sehen oder tun würde. Dazu gehörten neben Ausflügen in die Schweizer Küche auch solche in die Schweizer Landschaft, die sich schön in „rechts“, „mitte“ und „links“, jeweils von der Stadt auf den See gesehen, einteilen lassen.
Links: Montags fuhren wir am linken Seeufer mit dem Auto nach Meggen, einem Vorort von Luzern, der sich vor allem durch seine schöne Lage am See auszeichnet. Von hier aus kann man aus der Distanz einen Blick auf Luzern werfen, von wenigen Metern weiter aber schon auf Küstnacht, wohin mir sonst der Blick verwehrt bleibt. Ungefähr auf der Spitze der Landzunge steht hier ein kleines Schlößchen mit Parkanlage und einer einzelnen Bank auf dem höchsten Punkt, die sich wohl ideal für das Beobachten von Sonnenuntergängen eignet. Aber sich, wie ich nun sicher weiß, auch am Tag lohnt. In Meggen steht auch noch eine moderne Kirche, ziemlich genau Würfelförmig und: ohne Fenster. Die Wände bestehen aus Mamorplatten, die so dünn geschliffen sind, dass durch sie das Licht hindurch scheint. Eine wunderbare Idee, die praktische Umsetzung ist leider nicht ganz überzeugend.
Von dort aus fuhren wir weiter auf den Spuren eidgenössischer Volksgeschichte nach Küstnacht am Rigi, dass den meisten wohl aus „Willhelm Tell“ bekannt ist. Denn dort befindet sich die berühmte Hohle Gasse, die Verbindung von Zuger See und Vierwaldstätter See, durch die Gessler hindurch musste um von Tell heldenhaft erschossen zu werden.
Die Figur Tell hat wohl viel zum Nationalbewusstsein der Schweiz beigetragen, weswegen die Hohle Gasse auch allen Autostraßen widerstanden hat und heute noch begehbar ist. Direkt nebendran informiert eine aufwendig gesaltete multimediale Präsentation über alles Wissenswerte.
Mitte: Die Stadt selbst überließ ich meinen Eltern alleine, und besuchte treu die Lehrveranstaltungen. Die Folge war, dass meine Mutter ein Geschäft für Fastnachtsstoffe entdeckte und ich in den nächsten Wochen mehrere Quadrameter edlen Tuchs nach Deutschland importieren darf. Positiv war aber auch, dass ich nun einige Attraktionen der Stadt empfohlen bekommen habe, zu denen ich zuvor keinen Draht hatte.
Rechts: Am Mittwoch fuhren wir die sogenannte Silberne Rundfahrt. Für die Goldene Rundfahrt war es leider schon zu spät, denn die Schiffe verkehren zu dieser Jahreszeit nur eingeschränkt. Deswegen fuhren wir mit dem Zug nur am See entlang statt drüber und stiegen in Alpnachstad in die steilste Zahnradbahn der Welt (48%!) die uns zum Ziel der Rundfahrt brachte, den Pilatus. Da war ich ja nun schon einmal, die Fahrt lohnte sich trotzdem, denn seit geraumer Zeit liegt dort oben alles voller Schnee. Leider waren auch die Temperaturen entsprechend frostig und der Wind tat das Seine dazu. Nichtsdetsotrotz war es landschaftlich wieder sehr sehenswert.
Auf der Rückfahrt mit der Seilbahn entschieden wir und das „rechts“ noch ein wenig auszudehnen und eine Rundfahrt mit dem Schiff zu machen. Dieses Vehikel hatte ich nun auch noch gar nicht benutzt und muss sagen, dass es sich gelohnt hat. Wir fuhren zwei Stunden auf zum Teil recht bewegtem See und man bekam viele Winkel zu sehen, die sonst vom Land her verborgen bleiben. Wer sich einmal die Mühe machen will, schaue sich den Aufbau des Sees bei google.maps an und bemerke, wie verzweigt er ist. Da eröffnet sich immer etwas Neues, wenn man um die Ecke fährt.
Nun war es daran, den Besuch zu beschließen, was wir auch gut-schweizerisch taten: mit einem Käsefondue.


1 Antwort auf „Besuch“


  1. 1 Schwesterherz 23. Oktober 2009 um 15:39 Uhr

    Hey :)

    Hört sich ja doll an was ihr da gemacht habt… ich komm dich auch mal besuchen :P
    versuch doch mal noch gestochener zu schreiben bitte…

    Liebste Grüße, dein Dickerchen

    P.S. du Banause das ist kein Fastnachtsstoff :D

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