Evaluation

An der Universität Luzern gibt es eine sinnvolle Einrichtung. Alle drei Semester werden alle Veranstaltungen von den Studenten und Studentinnen evaluiert, und zwar mit einem standardisierten Fragebogen, der elektronisch ausgewertet wird. Auf selbigem gibt es aber auch ein Feld für handschriftliche Kommentare, die gescannt werden. Für das Ausfüllen muss der Dozent eine gewisse Zeit seiner Veranstaltung zur Verfügung stellen, in der Regel 15 Minuten, in der er selbst nicht anwesend ist. Der Vorteil liegt auf der Hand, eine Woche lang dauern alle Veranstaltungen nicht so lang wie sonst.
Die Ergebnisse werden dann wiederum den Dozierenden mitgeteilt, die angehalten sind darüber mit den Studenten in einen Austausch zu kommen. In zwei Vorlesungen ist das jetzt schon geschehen. Allein zu sehen, wie andere Studenten auf die Veranstaltung reagieren, war schon interessant. Ich war aber vor allem auf die Reaktion der Dozenten gespannt. Der Rabbi, der Judaistik lehrt, nahm es recht humorvoll und sagte: „Ich weiß, dass Eigenlob stinkt, aber ich teile ihnen trotzdem die Ergebnisse der Evaluation aus.“
Leider gab es bisher eine solche Auswertung nur in den, meiner Meinung nach, guten Vorlesungen (das ist auch dem gestrigen Feiertag geschuldet). Ich warte schon mit ein wenig Vor(schaden)freude auf die eher weniger beliebten Veranstaltungen.
Ich kann natürlich nichts darüber sagen, ob sich durch die Ergebnisse etwas ändert, dafür müsste ich länger hier bleiben. Und ob der Fragebogen ideal gestaltet ist, lässt sich anzweifeln, aber immerhin reflektiert er sich in einem Item sogar selbst. Aber sicherlich kann ich sagen, dass ich dieses Instrument für sehr geeignet halte und mir eine solche Einführung an meiner Universität (oder zumindest Fakultät) auch wünschen würde.
Es ist ja schon politisch klug, den Studenten das Gefühl zu geben, sie hätten mitzureden.