Archiv für Januar 2010

Hört ihr mich?

Schon morgen ist mein Kurzaufenthalt hier in Luzern wieder vorbei. Die Prüfungen habe ich gut hinter mich gebracht, allerdings hat sich gezeigt, wie auch nicht anders zu erwarten war, dass ich vermutlich mit mehr Lernaufwand ein besseres Ergebnis erzielt hätte. Ich kann aber trotzdem recht zufrieden sein.
Allerdings lassen sich mein Ergebnisse nicht unmittelbar auf ein deutsches Notensystem übertragen. Denn die Schweizer haben zwar auch Noten von 1 bis 6, allerdings bedeuten die sich ihre genau das Gegenteil: mit einer 1 ist von durchgefallen, mit einer 6 ist man ein Überflieger (ich hatte übrigens keine). Das Problem liegt aber in der Aufteilung zwischen guten und schlechten Noten. Denn auch hier hat man mit einer 4 bestanden. Das heißt für gute Noten bleiben nur zwei Notenwerte, für schlechte hingegen vier Notenwerte übrig. Man kann also sehr gut differenzieren, wie sehr jemand durchgefallen ist, aber eben nicht so genau wie gut er gestanden hat, wie es das deutsche System kann. Daher hat man sich darauf eingelassen Viertel-Noten zu vergeben. Man kann also durchaus eine 5,25 erreichen, was dann in etwa einer deutschen 2,0 entspräche.
Am Ende meiner Prüfung in Religionspädagogik habe ich meine Professoren zu den Notenschema befragt. Sie selbst ist auch Deutsche kannte trotz langer Lehrtätigkeit selbst den Unterschied zwischen einer 1,5 und einer 2,75 nicht genau.
Den heutigen Nachmittag habe ich damit verbracht, die Spracherkennung von Windows 7 für mich zu entdecken. Mit eben dieser habe ich auch diesen Text verfasst. Es dauert zwar noch ein wenig, vor allem wenn man Fehler macht, aber es ist auf jeden Fall ein sehr ein nettes Spielzeug. Außerdem klappert es nicht so unangenehmen:).

Zwischenspiel

Schon etwas länger wurde dieser Blog stiefmütterlich behandelt. Das lag aber vor allem daran, dass ich zu Hause war. Dass assoziiere ich einfach nicht mit meinem Blog. Passiert ist das schon einiges. Aber es wäre zu viel, dass alles zu erzählen, deswegen nur eine kleine Rundumschau um diese Woche.
Die Tage seit Freitag bis heute morgen 6.24 Uhr habe ich in Paris verbracht, wo ich einen Kommilitonen besucht habe. Die „schönste Stadt der Welt“ hat sich dabei von vielen Seiten gezeigt, leider auch von der nassen. Trotzdem war es ein sehr schöner Aufenthalt. Es gibt einfach unglaublich viel zu sehen, auf jeden Fall mehr, als man an einem Wochenende aufnehmen kann. Unter anderem habe ich an einer „Free Tour“ teilgenommen. Bei dieser Organisation führen Studenten kostenlos (aber für Trinkgeld immer offen) durch die Metropolen Europas, dankenswerterweise auf Englisch, mein Französisch ist ja nicht sehr weit entwickelt. Leider bleibt die Tour sehr an der Oberfläche, aber wie soll es auch anders sein, wenn man während vier Stunden Fußmarsch ganz Paris zeigen will. Immerhin habe ich viele interessante Dinge von außen mal gesehen. Wer sich aber intensiv interessiert, sollte sich selbst führen.
Sehr schön, gerade für mich mit helvetischer Erfahrung, waren die Gottesdienst in den diversen Kirchen. Die Gestaltung, musikalisch wie liturgisch, war sorgfältig, angemessen und sehr stimmig. Man kann dabei glatt neidisch werden auf die Pariser.
Viel Zeit habe ich auch in der Metro verbracht, was nicht weiter schlimm ist, denn, so sagte mein Gastgeber, die Metro ist das eigentliche Paris.
Dass ich im Moment blogge, lässt in Kombination mit der Einleitung schließen, dass ich mich wieder in Luzern befinde. Hier bin ich heute Morgen mit dem TGV direkt hergefahren, weil in den nächsten beiden Tagen meine Prüfungen anstehen. Derer sind es vier, jeweils eine Viertelstunde über den Stoff eines Semesters. Diese Form ist die mir liebste, auch weil sie meinem Lernverhalten sehr entgegen kommt.
Wenn diese Tage vorbei sind, fahre ich über Umwege wieder nach Hause und stürze mich direkt in das fastnächtliche Sitzungstreiben.