Archiv für Februar 2010

Choralwochenende

Noch ein Nachtrag zum vergangenen Wochenende: Wieder einmal haben wir mit unserem Professor für Gregorianik ein Choralwochenende durchgeführt. Da ich dieses Mal gefragt wurde, einen Artikel für die Unizeitung zu schreiben, spare ich mir die doppelte Arbeit und gebe ihn nun hier im Wortlaut wieder. Exklusiv für meine Leser schon vorab :)

Ecce nunc tempus acceptabile – Choralwochenende mit Ass.-Prof. David Eben

„Siehe, jetzt ist die angemessene Zeit“, schreibt der zweite Korintherbrief. Die kirchliche Tradition hat diesen Ausruf auf den Beginn der Fastenzeit angewendet und in ihr gregorianisches Repertoire aufgenommen. Um es am ersten Fastensonntag zum Erklingen zu bringen, fand sich unter der Leitung von Ass.-Prof. David Eben eine Schola zusammen, die ein ganzes Wochenende lang gregorianische Gesänge einübte um mit ihnen den Gottesdienst in der Jesuitenkirche zu gestalten. Dabei kamen nicht nur Studenten der Theologischen Fakultät zusammen; vielmehr trafen sich Sängerinnen und Sänger aus den verschiedenen Fakultäten und anderen Hochschulen, Dozierende wie Studenten, und auch einige, die sich dem regelmässig stattfindenden Choralwochenende verbunden fühlen. Dadurch konnte die Schola stolze 18 Mitglieder zählen.
So heterogen die Gruppe war, so homogen war der Gesang, der am Sonntag zu hören war. Dies ist vor allem der angenehmen, heiteren aber auch sehr konzentrierten Probenatmosphäre geschuldet. Dabei stützte sich die Interpretation der Gesänge längst nicht nur auf die moderne Edition der Noten, sondern auch auf die Neumen aus den mittelalterlichen Handschriften, was dem Text der Gesänge zur nötigen Lebendigkeit verhalf. Dabei bedurfte es keiner paläographischen Vorkenntnisse, denn Prof. Eben vermittelte die nötigen Inhalte in gut verständlicher Form. Darüber hinaus gab er auch immer wieder Informationen zu Hintergründen der Fastenzeit und der Gesänge und konnte auch die eine oder andere Anekdote anbringen; beides stellte den Choral noch einmal auf ein anderes Fundament.
Im gottesdienstlichen Vollzug fand der Gesang dann seinen eigentlichen Ort und half hoffentlich, den Beginn der Fastenzeit intensiver nachzuvollziehen.

Das Bologna System ist gescheitert.

Ich besuche hier in Luzern, seit Montag nun im zweiten Semester, eine Universität, die schon seit längerem das Bologna System eingeführt hat. Die Studenten machen also ihren Bachelor und sammeln auch im Master noch kräftig Punkte. Wie viele Punkte es für eine Studienleistung gibt, hängt mit der erbrachten Leistung zusammen. Für eine unbenotete Prüfung gibt es 3, für eine benotete 4 CP (Credit Points). Für eine Seminararbeit ebenso 4 und für andere Formen von Leistungen eben andere, ganz abhängig davon, wie viel Zeit der durchschnittliche Student in eine solche Leistung investiert. Sollte man meinen. Innerhalb einer Fakultät herrscht hier durchaus Konsistenz. Nur darüberhinaus scheint es immense Unterschiede im Arbeitsaufwand der Studenten zu geben. Oder eben im Durchschnittsstudenten. Das Beispiel auf das ich mich beziehen will, ist mein Seminar im Fach Judaistik über den Staat Israel. Judaistik gehört in Luzern nicht nur der Theologischen Fakultät an, sondern auch der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen. Es sitzen also Studenten beider Fakultäten in einer Veranstaltung, für beide gelten aber unterschiedliche Regelungen. Für die Theologie ist es noch recht einleuchtend: Eine aktive Teilnahme ohne schriftliche Leistung gibt 2 CP, für aktive Teilnahme und ein Referat 3 CP und für aktive Teilnahme + Referat + Hausarbeit 4 CP. So weit, so logisch, denn schließlich wächst der Zeitaufwand mit jeder zusätlichen Leistung. Für die Studenten der anderen Fakultät hingegen ergibt die aktive Teilnahme mit einem Referat (oder alternativem Essay) 4 CP, wer noch eine Hausarbeit schreibt bekommt weitere 4, also 8 CP. Die gleiche Leistung bringt also je nach Fakultät die doppelte CP-Menge. Das ist beeindruckend und zeigt, dass das Berechnungssystem wohl nicht ganz funktioniert. Oder aber, und das ist die viel sympathischere Interpretation, dass Theologen im Durchschnitt viel schneller so viel Leistung erbringen können.

Odysseus lässt grüßen!

Für gewöhnlich sind die Schweizer Bundesbahnen wie die Schweizer selbst, nämlich pünktlich und präzise. Das einzige was sie aus dem Takt bringen kann, sind unvorhergesehen Ereignisse. Aber von Vorne: Für meine Fahrt von zu Hause nach Luzern wählte ich dieses mal die späteste Verbindung des Tages, weil für diese noch ein Sparpreis verfügbar war. Probleme durfte es wegen der späten Uhrzeit keine geben, mein Vertrauen in die Bahn ist diesbezüglich allerdings auch unerschütterlich. Bis kurz vor der Grenze lief auch alles sehr glatt, nur kurz Vor Basel Bad Bf blieb vor unserem ICE ein Güterzug liegen und wir verbrachten die 15 Minuten, die ich in Basel SBB zum Umsteigen gehabt hätte, auf freier Strecke. In Folge war mein Anschluss natürlich weg und ich musste mit einer S-Bahn vorlieb nehmen. Aber: besser als nichts. Übrigens hatte ich einen sehr guten Sitzplatz direkt hinter dem Fahrer (den man im ICE3 ja sehen kann), sodass ich alle Details der Verhandlungen über die Weiterfahrt live mitbekam. Die S-Bahn fuhr mich dann wie geplant nach Olten (zu Tagzeiten kann man die Strecke durchfahren), wo ich dann 25 Minuten Wartezeit in Kauf nehmen musste, zzgl die 6 Minuten Verspätung, die das Kind im Brunnen aber auch nicht mehr Fett machten. Die überall vorhandenen dynamischen Informationstafeln bereiteten mich aber schon auf die nächste Hürde vor: Auf der Strecke nach Luzern ist ein Zug mit einem Auto kollidiert, dadurch müssen Reisende in Zofingen in einen Bus umsteigen, sich nach Sursee fahren lassen und dann wieder im Zug weiterfahren. Genau das, was ich Nachts um halb 1 brauche… Das Krisenmanagement der SBB ist aber auch nicht gerade schlecht, die automatische Ansage beherrscht sogar die Phrase „wegen Kollision mit einem Straßenverkehrsfahrzeug…“. Die Wartezeit nutze ich für weiter irrrelevante Informationen. Z.B. wurde der Bahnhof Olten 1856 als Nullpunkt für die Kilometerkennzeichnung des Schweizer Eisenbahnnetzes auserkoren. Durch rasches Wachstum hat er diese Position aber nicht halten können. Derweil sitze ich im IR nach Luzern. Die kritische Stelle Zofingen haben wir noch nicht erreicht, ich mache mir aber Hoffnungen, dass die Strecke wieder geräumt ist. Immerhin muss ich vom Bahnhof in Luzern auch noch ins Wohnheim laufen. Gute Nacht Update: Inzwischen bin ich gut in Luzern angekommen, die haarige Stelle bei Zofingen blieb mir erspart. Ich durfte dafür den Feuerwehrzug im Bahnhof Luzern bewundern.

Geschafft!

Nun klappt das Skript so, wie es soll. Dass ich noch am gleichen Ort sitze, wie beim letzen Post, verschafft mir die Zufriedenheit, dass ich es doch recht schnell zustande bekommen habe. Allerdings warte ich immer noch auf meine Freundin. :)

Von einem Skript geschrieben – Windows Power Shell

Ich sitze vor einem Prüfungsraum der Uni Mainz und warte darauf, dass meine Freundin ihre Klausur abgibt (wozu sie sicher noch 30 Minuten braucht). Diese Freizeit nutze ich, um mit der Windows PowerShell zu experimentieren. Gerade heute habe ich herausgefunden, dass sich damit der Internet Explorer fernsteuern lässt. D.h. ich kann, ohne etwas klicken zu müssen, Webseiten etc aufrufen. Das ist natürlich an sich langweilig. Wenn man aber dem Browser eine Menge von Klicks in der richtigen Reihenfolge vorgibt, dann kann er Aufgaben automatisch im Hintergrund erledigen, für die ich mich schon wieder anstrengen müsste. Im Moment versuche ich ein solches Skript zu erstellen, dass den Blog mit Beiträgen befüllt. Bisher habe ich es geschafft, mich einzuloggen und den Titel dieses Beitrags einzugeben. Die Folgeschritte (Inhalt aus einer Textdatei importieren, veröffentlichen, ausloggen) sind wahrscheinlich auch nicht mehr allzu schwierig, weswegen ich gleich da weitermachen werde.