Ausflug in die Stadt

Es gilt wie gestern: Uni frei, Wetter perfekt. Nur das Ziel meines Ausflugs, schließlich müssen die Umstände genutzt werden, war ein ganz anderes, nämlich die gefühlte Landeshauptstadt Zürich (allerdings finden sich immer noch einige Deutsche, die von Bern wirklich noch nie gehört haben).
Auf meinem Programm standen die großen Sehenswürdigkeiten der Stadt und der Zürichsee mit seinen Ufern. Einen großen Anteil hatten dabei kirchliche Gebäude, aber davon war ich, wenn ich ehrlich bin, zumeist enttäuscht. Richtig sehenswert war nur die katholische Liebfrauenkirche, die im Stil der Beuroner Schule erbaut war. Alle anderen Kirchen gehörten, mit Ausnahme der einen christkatholischen, der reformierten Kirche an. Von Außen gaben sie sogar einiges her, gerade das Grossmünster sieht recht imposant aus. Im Inneren aber hat sich das Programm der Schweizer Reformatoren klar Raum geschaffen, außer einem Vers an der Front gab es keinerlei Verzierung, der Innenraum war vor allem mit Bestuhlung gefüllt. Für mich als Katholiken völlig ungewohnt war auch das Fehlen eines Altares. Ein Foto aus der St. Peterskirche werde ich hochladen, um zu zeigen, wie sehr die Predigt im Mittelpunkt des Gottesdienstes und damit der Architektur steht.
Lustigerweise hatte ich zufällig die Katholische Dogmatik von Gerhard L. Müller im Gepäck, ich habe es aber versäumt damit einen größeren Auftritt hinzulegen. Es war wahrscheinlich besser so.
Weiter Stationen waren die Chagall-Fenster im Frauenmünster, die Altstadt, der Lindenhof, auf dem einst eine römische Festung stand, der Chinesische Garten, ein Geschenk einer Partnerstadt, der leider wegen Winterpause geschlossen hatte (welch Ironie bei 20°C) und die städtische Kakteenaustellung.
Auch die berühmte ETH habe ich von außen besichtigt. Ihre Mensa liegt ein wenig tiefer als der Hügel auf dem das Hauptgebäude steht, sodass eine Terasse einen schönen Blick über die Stadt erlaubt. Weil der Berg aber so hoch ist und Studenten nicht zu sehr schwitzen sollen, führt von der tiefer gelegenen Straße eine Standseilbahn, die sogenannte Polybahn den Berg hinauf, mit der ich natürlich auch gefahren bin.
Eine nette Skurilität fand ich am Ufer des Zürichsees: Die Stadt hat hier inmitten einer Grünanlage einen öffentlichen elektrischen Grill errichtet. Wer will kann per Knopfdruck zwischen 6 und 23 Uhr für 14 Minuten Hitze anfordern um sein Fleisch durchzubraten. Verlängerung möglich, Nutzung umsonst.
Zürich ist eine deutlich lebhaftere, größere und vollere Stadt als Luzern, verliert dadurch aber nicht an Reiz und hat auch seine ruhigen Ecken aufzuweisen. Es gibt hier ebenso einen schönen See und einiges an Wasser in der Stadt, sodass immer wieder ein interessantes Stadtbild entsteht.


1 Antwort auf „Ausflug in die Stadt“


  1. 1 Lotta 20. März 2010 um 19:44 Uhr

    Klingt cool – auf zum Grillen nach Zürich! :)

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