Archiv für April 2010

Bergfrühling

Im übrigen hat es dann doch nicht geregnet, weswegen ich den Berg vollständig hinuntergelaufen bin, um dann von Weggis aus mit dem Schiff zu fahren.

Rauchfreie Schweiz

Ab dem 1. Mai gilt in der ganzen Schweiz ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen. Ausnahmen gelten nur in Gastätten unter 80qm und in getrennten „Fumoirs“, in denen aber auch bedient werden darf. Die Kantone dürfen, und wir wären nicht in der Schweiz, wenn es nicht so wäre, eigene Gesetze erlassen, die die Vorschriften verschärfen. Eine Milderung ist nicht vorgesehen. Viele Kantone haben das bereits seit längerem getan, der Kanton Luzern hingegen wartete auf die Bundesregelung, sodass bis Freitag in jeder Lokalität der Stadt geraucht werden darf. Interessanterweise finden sich die strengsten Verbote im romanischen Sprachgebiet, nämlich der Westschweiz und dem Tessin. Gerade im italiensichen Tessin wird die Regelung rigoros umgesetzt, sicher auch, weil man aus Italien selbst nichts anderes gewohnt ist. Ähnliches gilt für die Romandie. Und wie in Deutschland ist der Widerstand gegen die neue Regelung groß, man fürchtet Einbußen und will mehr Ausnahmen. Das Beispiel Tessin hat aber gezeigt, dass dem nicht der Fall sein muss, wenn man konsequent genug Regeln durchsetzt. In vielen Kantonen sind auch jetzt schon die „Fumoirs“ nur unbewirtet gestattet. Der große Vorteil dieser Regelung ist meiner Meinung nach, dass es einen einheitlichen Mindeststandart gibt, sodass man in allen größeren öffentlichen Räumen in der ganzen Schweiz mit Rauchfreiheit rechnen kann. In Deutschland wäre ich mir diesbezüglich nicht so sicher.

Das Dach löst sich auf

Das berühmteste architektonische Denkmal Luzerns, das KKL, muss renoviert werden. Durch eindringendes Wasser in das Dach wird Kupfer in den See geschwemmt und die Dachkonstruktion angegriffen. Ausfühlicheres steht in diesem Artikel.

Heiße Phase

Noch einen Monat und eine Woche dauert mein Aufenthalt in der Schweiz. Fast geht es zu schnell, meine Wochenenden sind gebucht, die Liste mit Ausflugszielen noch lange nicht abgebaut. Ich werde aber auch einfach nicht alles schaffen, das zu akzeptieren ist der erste Schritt zur Entspannung.
Am Ende des Semesters werde ich drei Prüfungen ablegen, danach kümmere ich mich um die Vorbereitung der Prüfungen zu Hause. Ganz locker zwischen Umzug und allem weiterem :)
Zuvor aber sollte ich hier lernen und vor allem noch einiges vom Umfeld genießen, laut Meterologen war gestern schon der erste Sommertag. Davon ist im heutigen Regen zwar nichts zu spüren, aber immerhin kann ich schon den ganzen Tag mein Fenster offen halten (wobei der Abend kritisch bleibt, denn da fliegen inzwischen wieder die Insekten in das hell beleuchtete Zimmer).
Ich wünsche allen einen schönen Frühsommer. Oder Frühling, wie ihr wollt.

Ein Wochenende

Von zwei Erlebnissen des Wochenende möchte ich berichten:
Am Freitag Abend besuchten wir das Luzerner Theater. Es ist das kleinste Theater der Schweiz (und wahrscheinlich das mit dem geringsten Sitzabstand) und unterhält einen Betrieb in den drei Sparten, daher ist es bei der Bevölkerung nicht ganz unumstritten.
Ich schaute mir die Oper „Le Nozze di Figaro“ an. Die Inszenierung arbeitete vor allem die Schlüpfrigkeit des Stückes heraus, eine amüsanter Höhepunkt waren sicher die phallischen Handpuppen, die den Konflikt am Ende des zweiten Aktes spielten und wahrscheinlich der Grund dafür waren, dass die Altersempfehlung für das Stück 16 betrug. Genauso überraschend kam auch die E-Gitarre, die Figaro zückte um sie für den Grafen zu spielen.
Wie ich in der Pause lesen konnte, hatte das Stück noch eine überraschende Premiere: Die „Susanna“ lag mit Magen-Darm-Grippe im Bett, ein Ersatz war nur schwer zu finden, schließlich reisten eine Sängerin für die Rezitative und eine für die Arien an. Damit war die Rolle aber noch nicht auf die Bühne gebracht. Das übernahm der Regisseur höchstselbst. Er schlüpfte in das Kleid der Susanna und spielte ihre Rolle bis zum Schluss. Ich vermute, dass nahm der Oper einen nicht geringen Teil der Erotik.
Am Samstag unternahmen wir einen Ausflug ins Tessin, den italienischen Teil der Schweiz. Das Wetter war italienisch warum und wohlgesonnen und konnte die frühe Abfahrt (6 Uhr) wettmachen. Die erste Station war Bellinzona. Die Stadt ist bekannt für ihr mittelalterliches Stadtbild und vor allem für ihre drei Burgen, die zum Unesco Weltkulturerbe zählen. Davon besuchten wir zwei, darüber hinaus noch die Altstadt und einen netten kleinen Park, der frühlingshaft von Blüten und Blumen nur so strotze. Direkt daneben lag eine Kirche aus dem 12. Jahrhundert, die mit zu den schönsten zählte, die ich hier in der Schweiz gesehen habe, vor allem, weil große Teile das Wandbemalung sehr ursprünglich aussahen.
Die zweite Station war Locarno am Lago Maggiore, oder Langensee, wie es im Deutschen heißt. Die Stadt selbst präsentierte sich nicht so schön, dafür war der See sehenswert und lud zu einem ausführlichen Spaziergang ein.
Die Fahrt mit dem Zug sei nicht unerwähnt, die Strecke führt durch den Gotthard und vorher durch wunderschöne Alpentäler, durch die sich Autobahn und Zugstrecke wie mit einem Pinsel geschwungen ziehen. Allein das ist ein Erlebnis.