Archiv für April 2010

Stipendiaten Bolognese

Das vergangenen Wochenende habe ich in Bologna verbracht, der Stadt mit der ältesten Universität und der Stadt, mit der alles Bildungsübel unserer Zeit in Verbindung gebracht wird. Eingeladen hatte die Studienstiftung des deutschen Volkes alle ihre Stipendiaten, die sich im Moment in einem der romanischen Länder und der Schweiz zwecks Studium aufhalten. Insgesamt 125 Teilnehmer konnte das Auslandstreffen zählen, spannenderweise stammte die größte Gruppe aus der Schweiz. Das Wochenende diente in erster Linie dem Kennenlernen anderer Stipendiaten und der Stadt Bologna. Durch großzügiges Sposnoring der Boston Consulting Group waren die Rahmenbedingungen dafür bestent geeigent. Am Freitag stiegen wir mit einem Vortrag über Plagiate in der Literturwissenschaft in der faszinierenden Bibliothek der Universität ein. Dieser Raum dient zwar tatsälich noch der Aufbewahrung von Büchern, sicherlich aber nicht dem Studium, denn es waren nur solche Bücher zu sehen, die mindestens im vorletzten Jahrhundert gedruckt worden waren und hinter Gittern standen. Der Atmosphäre hat das nur gut getan. Der Nachmittag diente einer ersten Stadt- und Eisdielenerkundung, am Ende hatte die Studienstiftung eine Bar angemietet um dem Meet and Greet zur nötigen Flüssigkeit zu verhelfen. Für den Samstag waren dann Workshops zu verschiedenen Themen geplant, zu denen eigens Referenten eingeladen waren. Ich besuchte einen solchen zum Thema „Spiegelneuronen – Existenz und Funktion“. Spannend war hier vor allem der Bericht der Referentin darüber, wie schwierig es ist, kritische Meinungen zu veröffentlichen, wenn man von Geldern und Zitationsindizes abhängig ist. Darüber hinaus war es aber auch eine gewisse Bewährungsprobe für die Stipendiaten selbst, denn immerhin galt es, hier eine Gesprächskultur zu finden in der der feine Unterschied zwischen Profilierung und Wissensbeitrag gewahrt bleibt. Meiner Meinung nach wurde die Herausfoderung glanzvoll gemeistert. Der Abend endete in der ältesten Studentenkneipe Bolognas, allerdings gab es eine recht feudale Bewirtung. Zunfmäßig war dabei sicher der Weingenuss. Nach einem weiteren Vortrag über die Wanderung italiensicher Kunstgegenstände endete das Treffen am heutigen Sonntag mit dem Konzert eines Pianisten aus der Musikerförderung. Ich bin nachhaltig angetan von diesem Treffen, es war einfach spannend, Menschen aus so vielen verschiedenen Gebieten zu treffen und sich mit ihnen ungezwungen, aber durchaus produktiv zu unterhalten. Spannend war vor allem, dass man als Theologe an Gesprächspartnern und Themen keinen Mangel zu leiden hatte.

Frohe Weihnachten, das Internet fällt aus!

Pünktlich zu meiner österlichen Abreis hat es in der Schweiz angefangen zu schneien, wie es sich viele nur am 24.12. gewünscht hätten. Nun wird man die Eier nicht anmalen müssne, wenn man sie verstecken will (es sei denn, es handelt sich um braune Eier).
Paralle dazu steht unser liebes Internet vor dem revolutionären Kollaps: Die IP-Adressen gehen aus. Ich bin gespannt, was das für Konsequenzen hat. Ein Vorschlag wäre, morgen auf das Internet zu verzichten, dann merkt man es gar nicht, [Edit 2.4.10:] dass es sich um einen gelungenen Aprilscherz der ARD handelte. Interessanterweise ist die Vergabe der IP-Adressen ein heikles Thema und schon seit längerem ist ein Umstieg auf IPv6 von vielen, die sich damit besser auskennen als ich, empfohlen worden.