Buchempfehlung

Die letzte Woche habe ich in Taizé verbracht und dabei endlich einmal wieder Zeit gefunden ein Buch zu lesen, das nicht mit der Uni zu tun hat. In diesem Fall war es „Die Frau mit dem roten Tuch“ von Jostein Gaarder (der u.a. Sophies Welt geschrieben hat). Wieder einmal merkt man dem Autor an, dass er ein großes Interesse an der Philosophie hat. Zugleich kann er aber sehr subtil romantisch schreiben, sodass man sagen kann, dass es hier um eine Liebesgeschichte zweier denkender Menschen geht.
Das ganze Buch besteht nur aus E-Mails, die sich die beiden Protagonisten geschrieben haben. Anlass ist ihr zufälliges Wiedersehen an einem schicksalsträchtigen Ort, 30 Jahre nach dem ihre Beziehung zerbrochen ist. Immer noch sind beide eng verbunden in ihrer Gedankenwelt, immernoch trennt sie dabei die Frage, ob es übersinnliche Phänomene gibt, oder ob alles was passiert reiner Zufall ist.
Die Ausführungen der beiden sind hierbei ziemlich assoziativ, die getroffenen philosophischen Aussagen so individuell, dass man kaum sagen kann, ob sie wahr oder falsch sind. Das Ende des Buches bleibt verstörend, sodass für mich die Frage bleibt, ob man überhaupt irgendetwas eine objektive Bedeutung zuschreiben kann. Oder ob nicht alle Verknüpfungen zwischen den Dingen und unserer Interpretation nicht so partikular bleiben, dass wir letztlich selbst die Grundfrage des Buches entscheiden.
„Die Frau mit dem roten Tuch“ ist ein Buch, dass zum Nachdenken anregt und keine Lösung anbietet. Ich kann die Lektüre nur empfehlen.