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Das Dach löst sich auf

Das berühmteste architektonische Denkmal Luzerns, das KKL, muss renoviert werden. Durch eindringendes Wasser in das Dach wird Kupfer in den See geschwemmt und die Dachkonstruktion angegriffen. Ausfühlicheres steht in diesem Artikel.

Heiße Phase

Noch einen Monat und eine Woche dauert mein Aufenthalt in der Schweiz. Fast geht es zu schnell, meine Wochenenden sind gebucht, die Liste mit Ausflugszielen noch lange nicht abgebaut. Ich werde aber auch einfach nicht alles schaffen, das zu akzeptieren ist der erste Schritt zur Entspannung.
Am Ende des Semesters werde ich drei Prüfungen ablegen, danach kümmere ich mich um die Vorbereitung der Prüfungen zu Hause. Ganz locker zwischen Umzug und allem weiterem :)
Zuvor aber sollte ich hier lernen und vor allem noch einiges vom Umfeld genießen, laut Meterologen war gestern schon der erste Sommertag. Davon ist im heutigen Regen zwar nichts zu spüren, aber immerhin kann ich schon den ganzen Tag mein Fenster offen halten (wobei der Abend kritisch bleibt, denn da fliegen inzwischen wieder die Insekten in das hell beleuchtete Zimmer).
Ich wünsche allen einen schönen Frühsommer. Oder Frühling, wie ihr wollt.

Ein Wochenende

Von zwei Erlebnissen des Wochenende möchte ich berichten:
Am Freitag Abend besuchten wir das Luzerner Theater. Es ist das kleinste Theater der Schweiz (und wahrscheinlich das mit dem geringsten Sitzabstand) und unterhält einen Betrieb in den drei Sparten, daher ist es bei der Bevölkerung nicht ganz unumstritten.
Ich schaute mir die Oper „Le Nozze di Figaro“ an. Die Inszenierung arbeitete vor allem die Schlüpfrigkeit des Stückes heraus, eine amüsanter Höhepunkt waren sicher die phallischen Handpuppen, die den Konflikt am Ende des zweiten Aktes spielten und wahrscheinlich der Grund dafür waren, dass die Altersempfehlung für das Stück 16 betrug. Genauso überraschend kam auch die E-Gitarre, die Figaro zückte um sie für den Grafen zu spielen.
Wie ich in der Pause lesen konnte, hatte das Stück noch eine überraschende Premiere: Die „Susanna“ lag mit Magen-Darm-Grippe im Bett, ein Ersatz war nur schwer zu finden, schließlich reisten eine Sängerin für die Rezitative und eine für die Arien an. Damit war die Rolle aber noch nicht auf die Bühne gebracht. Das übernahm der Regisseur höchstselbst. Er schlüpfte in das Kleid der Susanna und spielte ihre Rolle bis zum Schluss. Ich vermute, dass nahm der Oper einen nicht geringen Teil der Erotik.
Am Samstag unternahmen wir einen Ausflug ins Tessin, den italienischen Teil der Schweiz. Das Wetter war italienisch warum und wohlgesonnen und konnte die frühe Abfahrt (6 Uhr) wettmachen. Die erste Station war Bellinzona. Die Stadt ist bekannt für ihr mittelalterliches Stadtbild und vor allem für ihre drei Burgen, die zum Unesco Weltkulturerbe zählen. Davon besuchten wir zwei, darüber hinaus noch die Altstadt und einen netten kleinen Park, der frühlingshaft von Blüten und Blumen nur so strotze. Direkt daneben lag eine Kirche aus dem 12. Jahrhundert, die mit zu den schönsten zählte, die ich hier in der Schweiz gesehen habe, vor allem, weil große Teile das Wandbemalung sehr ursprünglich aussahen.
Die zweite Station war Locarno am Lago Maggiore, oder Langensee, wie es im Deutschen heißt. Die Stadt selbst präsentierte sich nicht so schön, dafür war der See sehenswert und lud zu einem ausführlichen Spaziergang ein.
Die Fahrt mit dem Zug sei nicht unerwähnt, die Strecke führt durch den Gotthard und vorher durch wunderschöne Alpentäler, durch die sich Autobahn und Zugstrecke wie mit einem Pinsel geschwungen ziehen. Allein das ist ein Erlebnis.

Stipendiaten Bolognese

Das vergangenen Wochenende habe ich in Bologna verbracht, der Stadt mit der ältesten Universität und der Stadt, mit der alles Bildungsübel unserer Zeit in Verbindung gebracht wird. Eingeladen hatte die Studienstiftung des deutschen Volkes alle ihre Stipendiaten, die sich im Moment in einem der romanischen Länder und der Schweiz zwecks Studium aufhalten. Insgesamt 125 Teilnehmer konnte das Auslandstreffen zählen, spannenderweise stammte die größte Gruppe aus der Schweiz. Das Wochenende diente in erster Linie dem Kennenlernen anderer Stipendiaten und der Stadt Bologna. Durch großzügiges Sposnoring der Boston Consulting Group waren die Rahmenbedingungen dafür bestent geeigent. Am Freitag stiegen wir mit einem Vortrag über Plagiate in der Literturwissenschaft in der faszinierenden Bibliothek der Universität ein. Dieser Raum dient zwar tatsälich noch der Aufbewahrung von Büchern, sicherlich aber nicht dem Studium, denn es waren nur solche Bücher zu sehen, die mindestens im vorletzten Jahrhundert gedruckt worden waren und hinter Gittern standen. Der Atmosphäre hat das nur gut getan. Der Nachmittag diente einer ersten Stadt- und Eisdielenerkundung, am Ende hatte die Studienstiftung eine Bar angemietet um dem Meet and Greet zur nötigen Flüssigkeit zu verhelfen. Für den Samstag waren dann Workshops zu verschiedenen Themen geplant, zu denen eigens Referenten eingeladen waren. Ich besuchte einen solchen zum Thema „Spiegelneuronen – Existenz und Funktion“. Spannend war hier vor allem der Bericht der Referentin darüber, wie schwierig es ist, kritische Meinungen zu veröffentlichen, wenn man von Geldern und Zitationsindizes abhängig ist. Darüber hinaus war es aber auch eine gewisse Bewährungsprobe für die Stipendiaten selbst, denn immerhin galt es, hier eine Gesprächskultur zu finden in der der feine Unterschied zwischen Profilierung und Wissensbeitrag gewahrt bleibt. Meiner Meinung nach wurde die Herausfoderung glanzvoll gemeistert. Der Abend endete in der ältesten Studentenkneipe Bolognas, allerdings gab es eine recht feudale Bewirtung. Zunfmäßig war dabei sicher der Weingenuss. Nach einem weiteren Vortrag über die Wanderung italiensicher Kunstgegenstände endete das Treffen am heutigen Sonntag mit dem Konzert eines Pianisten aus der Musikerförderung. Ich bin nachhaltig angetan von diesem Treffen, es war einfach spannend, Menschen aus so vielen verschiedenen Gebieten zu treffen und sich mit ihnen ungezwungen, aber durchaus produktiv zu unterhalten. Spannend war vor allem, dass man als Theologe an Gesprächspartnern und Themen keinen Mangel zu leiden hatte.

Frohe Weihnachten, das Internet fällt aus!

Pünktlich zu meiner österlichen Abreis hat es in der Schweiz angefangen zu schneien, wie es sich viele nur am 24.12. gewünscht hätten. Nun wird man die Eier nicht anmalen müssne, wenn man sie verstecken will (es sei denn, es handelt sich um braune Eier).
Paralle dazu steht unser liebes Internet vor dem revolutionären Kollaps: Die IP-Adressen gehen aus. Ich bin gespannt, was das für Konsequenzen hat. Ein Vorschlag wäre, morgen auf das Internet zu verzichten, dann merkt man es gar nicht, [Edit 2.4.10:] dass es sich um einen gelungenen Aprilscherz der ARD handelte. Interessanterweise ist die Vergabe der IP-Adressen ein heikles Thema und schon seit längerem ist ein Umstieg auf IPv6 von vielen, die sich damit besser auskennen als ich, empfohlen worden.